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Vier Gastronominnen an einem Tisch

GASTRO START UP TREFF; Café Leib & Siegel; Service Experts; Edith Roebers; Existenzgründung in der Gastronomie

Am Dienstag, 26. Februar trafen wir uns wieder zum GASTRO START UP TREFF, der monatliche Stammtisch für Gründer*Innen in der Gastronomie in München.

 

Diesmal trafen wir uns im Café "Leib & Siegel" in der Auenstrasse, direkt an der Isar. Hier fühlten wir uns sofort wohl und genossen den Kaffee von Merchant & Friends. Die haben sich auf die Fahne geschrieben, den besten Bio-Kaffee der Welt zu machen - und ehrlich: ich hab selten so einen guten Kaffee getrunken.

Und es ist wohl kein Zufall, dass hier so schöne Hintergrundmusik läuft. 

 

Wir waren zu viert:

Die Teilnehmerinnen hatten eins gemeinsam: sie sind alle Quereinsteigerinnen! Das ist immer eine sehr spezielle Energie, die mich sehr beflügelt. Es war eine kleine aber sehr inspirierende Runde mit viel Platz für schöne Geschichten.

Von der Musik zum Kultur-Café

Café Leib & Siegel; GASTRO START UP TREFF; Service Experts; Edith Roebers; Existenzgründung in der Gastronomie

"Wir essen fürs Leben gerne, lieben es lauthals zu lachen, Wein in rauen Mengen zu trinken und große Dinnerpartys zu schmeißen." Das erzählen Anna & Marta auf ihrer "Über uns" Seite. Das sind doch prima Voraussetzungen für die Gastronomie.

 

Beide studierten sie Mathe und spielen leidenschaftlich gerne Geige und Bratsche. In einem Orchester lernten sie sich kennen. Über die Liebe zur Musik entstand die Idee, zusammen ein Kultur-Café zu eröffnen. Eine Location mit einer Akkustik-Decke fiel ihnen im September zu und im November 2017 eröffneten sie ihren Traum, das Café Leib & Siegel.

 

"Ein hartes Stück Arbeit! Aber ich würde es um kein Geld in der Welt mehr missen wollen." erzählt Anna mit funkelnden Augen. 

 

Leckeres Frühstück, einen gesunden Mittagstisch und verführerischen Kuchen gibt es hier tagsüber. Alles hausgemacht, idealerweise bio und fairtrade. Die Location kann man abends für private Partys anmieten oder eines der schönen Konzerte mit ausgewählten Künstlern besuchen. Und feiern bis der Arzt kommt, denn das Café befindet sich im Erdgeschoß eines Bürohauses.

Oh lala ... Madeleines à la Francaise

Modern Bakery; GASTRO START UP TREFF; Service Experts; Edith Roebers; Existenzgründung in der Gastronomie

Marie spricht perfekt deutsch, mit dem unglaublich charmanten französischen Akzent. Sie studierte Psychologie weil sie Menschen liebt. In ihrem Job hatte sie aber irgendwie zu wenig mit Menschen zu tun. Deshalb hat die junge Mutter letztes Jahr im Sommer ihre Firma Modern Bakery gegründet. Die Chef-Patisière bäckt leidenschaftlich gerne Madeleines für Privat- und Geschäftskunden.

Warum? Weil sie eine Reise in die Kindheit auslösen!

 

Marie hat einen anstrengenden Behörden-Rit hinter sich. So einfach kann man als französische Patisière in Deutschland keine Madeleines backen, denn da könnte man ja die Konditormeister in die Quere kommen. Jetzt darf sie endlich backen, Gott sei dank! Sie präsentiert uns liebevoll ihre Geschenkbox mit 4 verschiedenen frischen Madeleines. Die ist so wunderschön!

 

Damit die frische Madeleines ca. 1 Woche halten werden sie in Folie verpackt. Und weil ihr Nachhaltigkeit am Herzen liegt, hat Marie gerade umgestellt auf eine kompostierbare Folie. Als nächstes will sie von normalen auf Bio-Eiern umstellen - auch wenn sie den Verkaufspreis dann wahrscheinlich anheben muss.

 

Marie übernimmt auch die individualisierte Gestaltung der Geschenkverpackungen und sogar den Versand, übrigens ganz einfach im gepolsterten Kuvert per Maxi-Brief. Wie das geht, hat sie herausgefunden, bevor sie sich für die Geschenkboxen entschieden hat. So hat sie bei den Versandkosten einen erheblichen Wettbewerbsvorteil!

 

Noch macht sie alles selbst, hat aber für alle Unternehmensprozesse bereits skalierbare Lösungen auf Lager ;-).

 

Jetzt erobert sie gerade den B2B-Markt. Schau mal hier: Madeleines für Hotels

So macht "Gäste glücklich machen" doch richtig Spaß, oder?

Warum gibt es noch kein Co-Dining?

Sarah ist ein geselliger Mensch. Sie liebt es zusammen zu essen und zu reisen. Sie arbeitete als Kunst- und Kultur-Projektmanagerin und suchte in der großen, anonymen Stadt eigentlich nach einer Möglichkeit zusammen mit anderen Menschen zu essen und sich zu vernetzen. Unter dem Begriff Co-Dining fand sie noch keine Einträge!

 

Das war die Inintialzündung für ihr Restaurant togather

Nein, das ist kein Typ-Fehler. In erster Linie geht es hier darum zusammen zu kommen (engl.: to gather) und sich gemütlich an einem großen Tisch auszutauschen. Das bodenständige Ofengericht - gekocht durch Sarahs' Mama - steht natürlich in einer großen Schüssel in der Mitte auf dem Tisch, zum selber nehmen.

 

Eine Location im Westend hat Sarah schon in Aussicht. Es steht eine komplexe Umnutzung von Wohnhaus zum Gewerbeobjekt an. Speziell für die Gastronomie, samt Parkplatzablöse - ist das nicht ganz einfach. Wenn alles gut geht eröffnet sie im Sommer.

 

Gerade fragt Sarah sich, ob sie als Gastgeberin immer vor Ort sein muss?

 

Das ist eine wichtige konzeptionelle Frage, die den Rest deines Lebens beeinflusst. Deshalb finde ich die Frage, ob Du das willst wichtiger. Die einen mögen das, die anderen nicht. Wenn deine Gäste aber einmal den "Anspruch" haben, ist es schwierig sich los zu eisen.

Not macht erfinderisch

Zum Schluss redeten wir allgemein noch über Finanzierung. Wie kann man eine Finanzierungslücke schließen? Zum Beispiel mit Crowdfunding? Oder einfach noch mal überlegen, wie perfekt man starten muss? Muss es wirklich die perfekt programmierte Website für € 2.000 sein oder kommen genau so viel Gäste mit der kostenlosen Website-Lösung von der Metro?

 

Die allerbesten Geschäftsideen entstehen seit Jahrhunderten durch knappe Budgets. Denn Not macht erfinderisch!

 

Vielen Dank liebe Anna, Marie und Sarah für's teilen eurer inspirierenden Geschichten.

 

Gerne bis zum nächsten Mal:

 

GASTRO START UP TREFF

Dienstag, 26. März

9 - 11 h 

Im Cafe Josefa in der Westendstrasse 

 

Mehr Infos findest Du hier.

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