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Ich liebe Quereinsteiger

Um ein Unternehmen in der Gastronomie zu gründen braucht es keine Ausbildung. Ist das gut oder schlecht?

 

Die Fachleute sagen: "ist kein Wunder, dass unsere Branche so ein schlechtes Image hat, denn jeder kann starten!" und die Quereinsteiger starten einfach. Viele sind durchaus erfolgreich.

 

Selbst bin ich gelernte Hotelfachfrau und seit 14 Jahren Unternehmerin. Ich bin ein Fan von unserem Ausbildungssystem UND liebe Quereinsteiger.

Ich liebe Quereinsteiger; Edith Roebers; Service Experts; AHGZ; Gründung in der Gastronomie

Dieser Artikel erschien im März 2018 in der AHGZ.

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Wer nichts wird, wird Wirt

Ja, es gibt viele Gastronomen, die total blau-äugig starten. Sich komplett überschätzen, sich "durchmogeln" ohne  Richtlinien und Selbstverständlichkeiten zu beachten und ganz schnell wieder aufhören müssen. Klar schaden sie unserer Branche. Aber ich glaube nicht, dass die niedrige Einstiegsqualifikation die Ursache ist, sondern die fehlende Grundmotivation.

 

Ich freue mich wirklich sehr, dass junge, dynamische Quereinsteiger den Mut haben in der Gastronomie zu gründen.

Gäste glücklich machen

Das Grundmotiv in der Gastronomie ist doch eigentlich: Gäste glücklich machen. 

 

Deshalb halte ich unsere Branche sogar prädestiniert für Quereinsteiger. Denn jeder Mensch ist von Natur aus ausgestattet mit der Fähigkeit, andere Menschen glücklich zu machen: Mütter schaffen es, ihre Babys zu beruhigen. Kleine Mädchen wickeln ihre Väter um den Finger. Männer wollen, dass es Frauen gut geht - und umgekehrt. Was stellen wir nicht alles an, wenn wir verliebt sind? Oder Gäste einladen? 

Selbständig oder Unternehmer?

Ich kenne viele leidenschaftliche Köche und Gastgeber – also Fachleute - die sich selbständig gemacht haben, weil sie

glaubten: "Das kann ich viel besser als meinen Chef!" Sie übersahen den Unter­schied zwischen Gäste glücklich machen und ein Unternehmen führen, was Gäste glücklich macht. Ihr Traum endete als Alptraum. 

 

Als Fachkraft im eigenen Unternehmen bist Du meistens "selbst & ständig". Was passiert, wenn Du ausfällst? Und hast Du dir dein Leben so vorgestellt?

 

Unternehmer führen ein Unternehmen. Sie leben ihren Traum und ziehen die Fachkräfte an, die es braucht um den Traum zu verwirklichen.

 

Eine Fachausbildung schadet nicht, aber ist auch nicht unbedingt notwendig:

  • Ray Kroc, der Gründer von McDonalds
    verkaufte Milkshake-Mixer bevor er sein erstes McDonalds-Restaurant eröffnete
  • Dr. Stefan Tewes, der Gründer von Coffee Fellows (200 Shops in Europa)
    hat in seinem Leben noch keine 100 Cappuccinos gekocht
  • Kurt Höller war Versicherungskaufmann bevor er sein Restaurant "Lido - Beach & Burger" in Murnau eröffnete

Was alle gemeinsam haben?

  • Eine starke Vision, mit der sie die (eigene) Welt oder die Branche verändern wollen
  • Ein klares Konzept mit einer klaren Zielgruppe 
  • Das unternehmerische Mindset, sich und ihre Mitarbeiter ständig weiterzuentwickeln

Ich liebe Quereinsteiger. Wir können viel von ihnen lernen und sie von uns!

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