Schon wieder ein Monat 'rum!

"Schon wieder Mitte des Monats. Der Steuerberater ruft schon zum 3. Mal an, weil noch Belege für die Buchhaltung des vergangenen Monats fehlen. Nerv! 

Kann Ihre Buchhaltung ein Kompass sein?

Heute hat sich die Service-Mitarbeiterin krank gemeldet und morgen muss ich die Deko für die Hochzeit besorgen. Wann soll ich mich denn um die Buchhaltung kümmern? Nur um das Finanzamt pünktlich glücklich zu machen? Die letzte BWA (betriebswirtschaftliche Auswertung) habe ich noch gar nicht angeschaut. Vielleicht auch besser so."

 

Kommt Ihnen bekannt vor?

Zwei gute Nachrichten:

1. Sie sind nicht alleine!

2. Sie können es ändern!

 

Nutzen Sie Ihre Buchhaltung als Navigationsinstrument für Ihr Unternehmen. 

 

Selbst in den kleinen und mittleren Betrieben reicht es längst nicht mehr aus, ein perfekter Gastgeber oder ein sehr guter Koch zu sein. Immer mehr sind Manager-Qualitäten mit betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen gefordert. Sicher ist es nicht verkehrt, viel Zeit an der Front zu verbringen, im Unternehmen zu arbeiten. Aber zu mindest einen Teil der Arbeitszeit sollten Sie auch damit verbringen, am Unternehmen zu arbeiten, strategisch sozusagen. 

 

Sehr hilfreich dabei ist die monatliche BWA. Darin spiegeln sich nachstehende Fragen wieder:

- Wie setzt sich eigentlich Ihr Umsatz zusammen? Wieviele Gäste waren da und wann? Wie hoch ist der Verzehr pro Gast im Durchschnitt? Wie war das im letzten Jahr?

- Wie hoch ist Ihr Wareneinsatz? Ist das gut oder schlecht? Wie machen andere das? Und wie können Sie den Wareneinsatz beinflussen? Wie ist Ihr Sortiment zusammengestellt? Sind Ihre Speisen und Getränke standardisiert? Wo kaufen Sie ein und zu welchem Preis? Frisch oder convenient? Wie disponieren und bestellen Sie? Werden Sie beliefert oder müssen Sie selbst zum Einkaufen fahren? Wie funktioniert die Warenannahme? Wie sieht es bei Ihnen im Lager oder im Kühlhaus aus? Wie oft machen Sie Inventur? Was behauptet Ihr Kassensystem? Riskieren Sie regelmäßig einen Blick in Ihre Mülltonne?

- Wie hoch sind Ihre Personalkosten? Ist Ihr Verdienst darin schon enthalten? Was "verdienen" Sie denn pro Stunde? Wissen Sie, wie produktiv Sie sind? Wie kontrollieren Sie Ihre Personalkosten kurzfristig? Wie sieht das Urlaubskonto der Mitarbeiter am Ende des Jahres aus? Und Ihres?

- Wie hoch sind Ihre Raumkosten in Relation zu Ihrem Umsatz? Und wie können Sie diese beeinflussen?

usw. usw.

 

Wenn mehr Fragen offen bleiben als Ihnen Antworten einfallen, und am Ende des Monats trotzdem

> genügend Geld und Zeit übrig bleibt, dann machen Sie weiter so. Das ist zwar ganz ähnlich wie Lotto spielen, aber Sie scheinen ein glückliches Händchen zu haben.

> genügend Geld aber zu wenig Zeit übrig bleibt, dann spielen Sie lieber Lotto. Das ist viel weniger zeitaufwändig und etwa gleich riskant.

> zu wenig Geld und/oder zu wenig Zeit übrig bleibt, dann unternehmen Sie etwas, das ist ja Ihr Job als Unternehmer. Sonst wären Sie Unterlasser. Nutzen Sie Ihre Buchhaltung als Navigationsinstrument Ihres Unternehmens.

 

Vergleichen Sie Ihr Unternehmen mit einem Segelschiff. Sie sind der Kapitän. Bevor die Leinen los gemacht werden, haben Sie sich genau überlegt, in welchem Hafen Sie ankommen wollen und wann. Die Route haben Sie in der Karte eingezeichnet. Immer "klar zur Wende" setzen Sie die Segeln nach dem Wind und geben den Kurs vor. Mal stehen Sie selbst am Steuerrad, mal vertritt Sie ein Team-Mate. Sie führen Logge und trinken einen Ankerschluck mit der ganzen Crew, wenn Sie gut am nächsten Etappenziel angekommen sind.

Wieviel Segelschiffe glauben Sie, kommen nie an? Weil sie schlecht geplant oder weil sie Schiffbruch erlitten haben? 

 

Lehnen Sie sich mal zurück: Wohin soll Ihre Reise denn gehen? Setzen Sie realistische Ziele: kurzfristig, mittelfristig und langfristig und überlegen Sie, wie Sie diese erreichen wollen. Vergleichen Sie diese Ziele regelmäßig mit den Ergebnissen. Feiern Sie vor allem Erfolge!

 

Machen Sie einen Deal mit sich, mit Ihren Führungskräften und mit Ihrem Steuerberater: am 1. eines Monats bekommt Ihr Steuerberater alle Zahlen des Vormonats. Und wenn diese noch nicht vorliegen, dann schätzen Sie sie. An jedem 10. eines Monats liegt die BWA vor. Machen Sie ein Ritual daraus und schauen Sie sich die Zahlen gemeinsam mit Ihrem Team an. Vergleichen Sie sie mit den Zielen und trinken Sie einen Ankerschluck, wenn Sie gut angekommen sind!

 

Mit einer Handvoll Kennzahlen führen Sie Ihr Unternehmen wie am Steuerrad eines Segelschiffes. Sie lernen, sich auf Ihre Instrumente zu verlassen. Ihre Mitarbeiter machen die Operation, denn sie kennen den Kurs. Sie können ruhiger und länger schlafen. Das haben Sie verdient!

Und Übrigens: ganz nebenbei machen Sie auch noch das Finanzamt pünktlich glücklich.

 

Der passende Workshop für Sie zu diesem Thema:

"Facts & Figures" am Dienstag, 23. September 2014, 10 - 18 h.

Mehr Infos & Anmeldung auf:

www.service-experts.info/workshops/facts-figures/

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Kommentare: 1
  • #1

    Biljana (Donnerstag, 07 August 2014 22:43)

    Liebe Edith,
    auf den Punkt gebracht.

    Ja, der Monat ist schon wieder rum! Und der 10. des Monats nähert sich rasant.

    Es ist in der Tat so, dass der klein Unternehmer ein guter Gastgeber, Koch in meinem Fall weniger aber mehr oder weniger Mädchen für alles ist. Das wesentliche und vor allem das wichtigste bleibt leider auf der Strecke.

    Der Steuerrad des Segelschiffes liegt verstaubt in der Ecke und wartet darauf in die Hand genommen zu werden.

    Ein super guter Beitrag der die Realität eines kleinen Unternehmers wiederspiegelt.

    Freue mich auf weitere gute Blogbeiträge.
    Biljana